Das Band

Das Band Teil 3 , Satire und Sarkasmus !

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Das Band - Teil 3




Die Verantwortlichen boten Adam eine "Ersatzfrau" an und wollten sogar die "Prämie" für die nächtlichen Übungen verdoppeln.

"Da sagte aber dann Bernd: So nicht! Und die Sache war vom Tisch." (Originalzitat aus einer Illu)

Die Männer vereinbarten, für eine gewisse Zeit nur noch zu onanieren. Das kam beim Publikum nicht so gut an und die Prämie für die Handarbeit wurde gestrichen.


Nun gab es hinter den Kulissen heftige Diskussion, wer wie womit die Katastrophe abwenden konnte.
Hintergründig hatte das psychologische Team bereits vorgesorgt und zwei Sideshowstricher aufgebaut. Aufmerksame Showfreaks hatten sich schon gefragt, was die zwei verbraucht wirkenden Jünglinge im Camp der Verbundenen zu suchen hatten, aber eine derart perverse Idee hatte keiner dahinter vermutet, obwohl das australische Vorbild diesen Schluss eigentlich nahe legt.
Nun wurden die Kaninchen aus dem Hut gezaubert und Bernd und Adam zu verkappten Schwulen erklärt, die sich heimlich bereits vor der Show verliebt hätten und das Band hätte ein übriges getan. Das war nicht neu und auch nicht besonders originell.
Es hätte trotzdem Quote bringen können, wäre da nicht Rektor Rektum gewesen den wir bereits als "Kilo Joule" kennen lernen durften. Just als bekannt wurde, welcherart die Hauptdarsteller gepolt sein sollten, marschierte er zu seinem Anwalt. Der telefonierte bis der Hörer rauchte und die Fernsehstrategen mussten die Superidee wieder fallen lassen.
Der Rektor war bis zu seinem coming out mit der Mutter von Bernd verheiratet gewesen. Dieser Umstand hätte den Sinneswandel von Bernd gut erklärt, war aber durch das Argument "sittenwidrig" rechtlich auf schwankendem Boden.
Die Zuschauer verstanden auch nicht so recht, wieso ein Band zwischen zwei Männern zu Homosexualität führen sollte und schließlich waren alle Beteiligten froh, dass zwei Psychologen gefeuert wurden und unseren Helden die "interessante Erfahrung" erspart blieb. Im Gegensatz zur Politik kümmert sich die "Werbung" sehr wohl um Volkesmeinung und das Fernsehen zieht aus pekuniären Gründen nach.
Schließlich fanden sich beide Frauen wieder ein, aber von da an wurde das grüne Licht im Schlafgemach eine Spur dunkler. Nach der ersten erfolgreichen Wiedervereinigung ging ein wirklich zufriedenes und erleichtertes Seufzen durch die Kulissen und die Fernsehnation.


Irgendwann war das Band dann so behängt, dass die beiden Männer es nicht mehr tragen, sondern nur noch schleifen konnten.

Welcher geniale Kolumnist als erster die Situation mit einer Szene aus dem "Gespenst von Canterville" verglich, weiß ich nicht mehr. Aber der Mann traf den Nagel auf den Kopf, oder er öffnete vernagelte Köpfe.

Wie auch immer, das Schleifen des Bandes nahm jegliche Magie aus dem Ganzen. Es war einfach nur noch lächerlich.

Die Werbewimpel verschwanden aus dem Band und der Regisseur suchte nach einer Möglichkeit, die Farce nochmals so ein zu dicken, dass zumindest für
kurze Zeit brauchbare Hausmannskost daraus würde.

Eilends wurden die zwei Schwuchteln gesucht, die damals im fernen Australien voll zugedröhnt die Idee mit den Handschellen hatten entstehen lassen.
Aber, auch an den am Erhalt ihres Äußeren sehr Interessierten hatte der Zahn der Zeit genagt und es war deprimierend zu sehen, wie sich zwei alternde
"Junggesellen" in einem kaum verständlichen Aussi-Englisch ankeiften. Außerdem wurde nun auch der breiten Öffentlichkeit klar, dass die Idee für "das Band" geklaut war.

Es war Zeit die Sache zu beenden, auch wenn Bernd und Adam sich mit den Bedingungen regelrecht angefreundet hatten und das ständig wachsende Konto
ein übriges tat.

Ein echter Dramaturg sollte den Schlussakt schreiben. Er legte die ganze Schwülstigkeit, die ihm sein Beruf in Jahrzehntenten aufgebürdet hatte in
die finale Szene: Shakespeare, Dante, Al Pacino und die fabulous furry freak brothers dienten als Ideenlieferanten. Doch es wurde nicht mehr daraus als ein Abklatsch von Bios Bahnhof: Eine Lokomotive sollte über das Band fahren und so die Beiden wieder trennen.

Was für eine großartig blödsinnige Idee!

Alle waren begeistert!

Musste nur noch bestimmt werden, wer zwischen den Schienen liegt und wer daneben. Technisch kein Problem, denn den Mann zwischen den Schienen kann in eine Vertiefung gelegt werden, so dass die Lokomotive über ihm weg fahren kann.

Das sieht dramatisch aus, ist aber völlig ungefährlich wenn die Kuhle tief genug ist.

Und wiederum sagte der Mann der später auf der Leiter stehen sollte: Super, ist gebongt!


Eine Dampflokomotive aus einem Museum war für diesen Zweck optimal und als Location bot sich ein stillgelegter Bahnhof in einer Großstadt an:
Großer Bahnhof für die Protagonisten einer Fernsehshow, die Geschichte geschrieben hat.


Ende gut - alles gut.


Unser Forscher war zwischenzeitlich wieder in der Antarktis. Er filmte Pinguine bei der Paarung. Ein toller Beruf.
Die munteren Gesellen rutschen eisige Hügel runter, flutschen ins Wasser und hatten jede Menge Spaß bei der Saukälte. Und sie kümmern sich in rührender
Weise um ihren Nachwuchs.
Leider ist der Mensch so unvernünftig und schickt immer mehr Kohlendioxyd in den Himmel und dadurch erwärmt sich die Erde und die Pole schmelzen und bald haben die Pinguine nichts mehr zum Rutschen.
Sie merken schon, ich will mich um das Ende der Bandgeschichte drücken.

Es ist wirklich unappetitlich. Lesen sie einfach nicht mehr weiter. Bisher war es entspannend und amüsant. Sie brauchen ihn nicht, diesen Horror der jetzt kommt. Begnügen sie sich mit dem Gespenst von canterville und ein paar besoffenen schwulen Australiern. Und das Band behalten Sie in angenehmer Erinnerung als Symbol von Freundschaft und gut bezahlter Bumserei im Fernsehen.

Es muss doch nicht jede Geschichte im Chaos enden. Das Leben ist doch auch angenehm und voller Sonnenschein.

Ich bin mir völlig sicher, dass Sie nicht wissen wollen, warum die beiden alten Australier vor der Kamera zu keifen anfingen und ich kenne auch den
australischen Slangausdruck für Aids nicht.

Es ist auch nicht wichtig zu wissen, dass die beiden Ehefrauen tatsächlich partiell gedoubelt wurden, weil sie einfach nicht mehr mitmachen wollten bei diesem fernseh*p*o*r*n*ographischen Irrsinn.

Müssen wir wirklich die Gehirnteile, in denen der Mensch zu seinen edelsten Empfindungen befähigt ist, mit Hilfe von 18 Gramm kupferummanteltem Blei auf eine Betondecke tapezieren?

Bereiten wir lieber den großen Bahnhof vor, der Höhepunkt und Ende der völlig absurden und deshalb unendlich beliebten Show werden sollte.

Der Sender bot 8 normale und 3 highspeed Kameras, sowie jede Menge elektronischen Schnickschnack auf, um das Ereignis gebührend zu dokumentieren.
Regieanweisung: A und B legen sich in ihre Positionen. Die Lok fährt rein in den Bahnhof. Fährt über das Band, "live slow motion" wird aktiviert und zeigt das Zerschneiden live und in Zeitlupe. A und B stehen wieder auf. Feier! Party! Werbeunterbrechung!
Regie für Anfänger. Bunte, bewegte Bilder. Und als Sahnehäubchen das Zerschneiden des Bandes mehr oder weniger live und in Zeitlupe.

Eine Dampflokomotive in Fahrt ist ein wirklich schönes bewegtes Bild. Zwei etwas betreten drein schauende Kandidaten sind auch nicht schlecht. Zwischendurch Schwenks auf Promis und durch das Siliconvalley.

Wirklich atemberaubend! Zuviel Silicon drückt auf die Lungen und das erschwert das Atmen. Die permanente Unterversorgung des Gehirns mit Sauerstoff führt zu erheblichen intellektuellen Defiziten, dem Silikonsyndrom. Soweit meine persönliche Theorie, deren weitere Diskussion sehr interessant wäre, aber zu weit vom Thema weg führt.

Noch eine letzte Frage an die todesmutigen Kandidaten vor dem Trennungsakt: "Wer hat bestimmt wer wo liegt?"
Wenn es möglich ist anzüglich zu sein, dann sei anzüglich, ist die Grundregel bei den Privaten. Wer wo liegt? Oh Gott! 90% der Zuschauer wünschen sich bei dieser Frage, dass sie dem Moderator genüsslich den Hals umdrehen dürfen.

Natürlich geht der Chef, also Bernd freiwillig unter die Lok und Adam liegt außen an den Gleisen. Nein, Angst hat auch keiner. Die restlichen 10% der Zuschauer haben nach dieser Frage ebenfalls den Wunsch den üblen Schwätzer am Micro zu erwürgen.

Bernd legt sich in die bequem ausgepolsterte Vertiefung zwischen den Schienen.
Adam hat seine Kuhle neben den Schienen. Das Band mit dem ganzen Kleinkram, den Schleifen, Bändern und Wimpeln, wird elegant auf der Schiene
drapiert. Die Fans werfen mit Blumen. Es ist auch so manche Bierdose dabei.
Der kleine Teddy war schon vorher vom Band abgenommen worden; der Sohn von Adam wollte nicht, dass er unter die Räder kommt.

Volksfeststimmung, billiges Bier, Gejohle, Musik, Party. Das TV-Großereignis zusätzlich auf riesige Bildschirme übertragen, denn in den Bahnhof durften aus Sicherheitsgründen nicht alle rein, die rein wollten. Und im Bereich der der extra aufgestellten Bildschirme ebenfalls Volksfeststimmung, billiges Bier, Gejohle, Musik, Party.
Luftballons steigen auf und so langsam schnauft die Lock auf den Bahnhof zu.

Eigentlich sollte sie etwas schneller heranrauschen, aber der Dampfdruck war zu niedrig und so schleicht der alte Kasten langsam und asthmatisch heran.

So eine Lok ist ein Riesending, auch wenn sie sehr langsam fährt. Richtig imposant. Der seitlich heraus zischende Dampf ist doch nicht gefährlich? Das
hatten die Experten selbstverständlich vorher abgeklärt. Kein Problem. Und da wo doch ein Dampfstrahl hinkommen könnte, waren durchsichtige Plastikscheiben angebracht worden.

Das Dampfross fährt in den Bahnhof ein und die Leute fangen zu klatschen an, als wäre das Ungetüm ein Sportler den es anzufeuern gilt. Unter dem
rhythmischen Klatschen kommt sie näher und schließlich wird das Klatschen durch das Zischen und Fauchen des Dampfes übertönt. Sogar die ausgestoßenen Rußwolken scheinen Lärm zu machen und dann kommt noch ein lang gezogenes Tuuuuuuuuuuuuuut!
Wie ein Stier greift die Lock das Band an. In einer Nahaufnahme ist zu sehen, wie die Kandidaten sich in ihre Mulden kauern, als wären sie in einem Schützengraben bei Trommelfeuer.
Das Führungsrad rollt über das Band. Die Kandidaten liegen regungslos
an den Schienen. Die Elektronik schaltet auf slowmotion und zeigt die nun kommenden Ereignisse deutlich verlangsamt, denn nur so kann banales Überfahren fernsehgerecht aufbereitet werden.
Schließlich rollen die Treibräder mit dem Gestänge ins Bild.

Ein Dampfstrahl trifft einen der am Band hängenden kleinen Gegenstände und wirbelt ihn hoch. Der zieht das Band hinterher. In der Zeitlupe ist das sehr genau zu sehen. Ein schmaler Wimpel am Band wird von der Exzenterstange erfasst und verwickelt sich in das hin- und hersausende Gestänge.
Der zu Bernd führende Teil des Bandes wird abgerissen, während sich der Rest immer weiter in das Gestänge und Räderwerk der Lokomotive verwickelt.
Zwei Highspeedkameras sind auf diesen Teil der Lock gerichtet. Präziser geht es nicht. Perfekt ausgeleuchtet. Der Gipfel filmischer Dokumentation: Alles in Slowmotion und quasi live.
Der weniger als 1 Sekunde dauernde Vorgang des Überfahrens wird auf fast 2 Minuten durch die Zeitlupe gedehnt und die Regie, starr vor Entsetzen, war unfähig die Szene auszublenden. So wurden mindestens 8 Millionen Menschen zu Augenzeugen dieses entsetzlichen Unfalls.

Mit einem Ruck wurde Adam aus seiner Kuhle gerissen. So wie das Gestänge zuvor das Band aufgewickelte, zog es nun Adam heran und wickelte
seinen Arm um einen vorstehenden Bolzen, während der Körper zunächst auf ein Rad gezogen wurde. Als der Arm in Schulterhöhe abriss, wurde der Körper wie eine elastische Puppe auf die Schiene geschleudert und vom Rad überrollt.
Der Körper wurde dabei fast mittig scharf abgequetscht, man könnte auch sagen halbiert. Die auftretenden Kräfte ließen aber die Körperhälften nicht einfach nach beiden Seiten aus einander fallen, sondern es kam zu weiteren Quetschungen und Zermahlungen des Torsos durch die beiden folgenden Treibräder.
Die Lokomotive hatte vor laufenden Kameras einen Menschen gefressen.
Im Obduktionsbericht wurde später festgestellt, dass ein Oberschenkelknochen durch das rechte Schulterblatt geschoben worden war. Vom Gehirn konnten nur noch geringe, an Schädelfragmente anhaftende Teile gefunden werden. Leber und Milz waren eine einheitliche breiige Masse von weniger als 100 Gramm. Das Gesicht war "geöffnet wie ein Fenster".


Bernd war aufgesprungen, in Siegerpose, die Hände in den Himmel gereckt und blickte mit jenem kecken Lächeln in die Kamera, das ihn in den letzten Monaten so beliebt und berühmt gemacht hatte. Was für ein phantastischer Tag! War die Welt nicht herrlich? Er war der Sieger mit fetten Prämien auf dem Konto.

Er drehte sich auf die Seite, auf der Adam gelegen hatte und sah - nichts! Die blutigen Fetzen die herumlagen konnte er nicht einordnen. Irritiert blickte er in die Kameras und sagte: "Das ist doch ein Witz! Oder? "

Die Realität überstieg sein Wahrnehmungsvermögen, machte ihn völlig irrsinnig und er versteifte sich auf seine Rolle und suchte zwischen den Kameras nach einer versteckten Kamera.
"Ihr wollt mich verschaukeln" lallte er immer noch, als er schon in einem Krankenwagen lag und einem erlösenden Valiumschlaf entgegendämmerte.

Und, glauben Sie mir einfach, wenn ich Ihnen sage, dass Sie wirklich nicht wissen wollen wie der Produktionschef zwei Tage später auf eine Leiter stieg, sich
eine Schlinge um den Hals legte, dann einen Pistolenlauf in den Mund schob und sein Gehirn gleichmäßig über 12,4 qm Bürodecke verteilte.
Diese Sendung war nicht für Kinder unter 16 Jahren geeignet.


- Rotten Weiler -


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Aktualisiert: 25.04.2009 um 22:39 von Rotten Weiler

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Kommentare

  1. Avatar von Admin
    Hallo "RW"

    ich habe jetzt nicht den ganzen Text gelesen, denn es ist schon wieder sehr spät geworden. Aber ich habe prinzipiell nichts gegen "Kunst" einzuwenden.

    Die User des Esoterikforum.org können ja Deinen Blog direkt bewerten bzw. Kommentare dazu schreiben. Außerdem gibt es ja noch die E-Mail an mich, wenn sich eine Leserin "seltsam berührt" fühlt. Auf Beschwerden muß ich reagiern. Aber ansonsten kann ich nur sagen: schreib weiter wenn es Dir Spaß macht. Mich stört es nicht!

    L G Hexe Morgane